{"id":858,"date":"2020-05-08T08:46:48","date_gmt":"2020-05-08T06:46:48","guid":{"rendered":"https:\/\/tippingpointslife.wordpress.com\/?p=858"},"modified":"2024-05-15T23:27:12","modified_gmt":"2024-05-15T21:27:12","slug":"das-system-krankt-schon-langer-und-man-ist-nie-zu-alt-um-was-zu-andern-ein-podiumsgesprach-zur-arbeitssituation-4-starker-frauen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/tippingpoints.life\/en\/das-system-krankt-schon-langer-und-man-ist-nie-zu-alt-um-was-zu-andern-ein-podiumsgesprach-zur-arbeitssituation-4-starker-frauen\/","title":{"rendered":"Das System krankt schon l\u00e4nger: Podiumsgespr\u00e4ch zur Arbeitssituation 4 starker Frauen"},"content":{"rendered":"<p>Letzten Donnerstag, am Abend vor dem Tag der Arbeit, fand das Online-Podiumsgespr\u00e4ch \u201eCorona-Frontlines: Wo wir jetzt hin schauen m\u00fcssen!\u201c statt.<\/p>\n\n\n<p>Das Gespr\u00e4ch wurde von Unter Palmen in einen <strong>Podcast <\/strong>verwandelt und kann beim Schirmchen &amp; Streusel Podcast nachgeh\u00f6rt werden. \ud83c\udfa7 <\/p>\n\n\n<p>\u27a1\ufe0f <a href=\"https:\/\/unterpalmen.net\/aufgebacken-corona-frontlines\/?fbclid=IwAR2pRH6OAQ3DkOxlExrMO-gkQQs_OvfkNc7UrusUn2h56r-YoQMcAGZGcSs\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/unterpalmen.net\/aufgebacken-corona-frontlines\/<\/a><br>\u27a1\ufe0f <a href=\"https:\/\/open.spotify.com\/episode\/6aM14oEHdAPS5i7B5yHnti?fbclid=IwAR2m5n7fgyOvaC3pN9aTO9hOS7TRO-SYPGCqgqfXNKfZom0_VP0FWbyxp_8\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">https:\/\/open.spotify.com\/episode\/6aM14oEHdAPS5i7B5yHnti<\/a><\/p>\n\n\n<p>Zu Gast waren:<\/p>\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\"><li>Elisabeth Cinatl, Psychotherapeutin und Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin des Vereins Wendepunkt, Frauenhaus und Frauenberatungsstelle in Wiener Neustadt<\/li><li>Ernestine Holzinger, Diplomierte mobile Gesundheits- und Krankenpflegerin, Leiterin im 24h Dienst, in Obers\u00f6sterreich<\/li><li>Elisabeth Hammer, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrerin von neunerhaus, Wohnugslosenhilfe in Wien<\/li><li>und Claudia R\u00f6sler, Regalbetreuerin bei Merkur in Wien<\/li><\/ul>\n\n\n<p>In einem spannenden und interessanten zwei-st\u00fcndigen Gespr\u00e4ch erz\u00e4hlten die vier von ihren Lebens- und Arbeitsrealit\u00e4ten in der Corona-Zeit. Von Krisenst\u00e4ben, Unsicherheiten, neuen M\u00f6glichkeiten und Zukunftsgedanken.<\/p>\n\n\n<p>Nach einigen Erz\u00e4hlungen aus den letzen Wochen, stellten wir ihnen die Frage, die sich viele Linke und Aktive seit Wochen stellen: Was w\u00fcnscht ihr euch von progressiven sozialen Bewegungen, in den n\u00e4chsten Wochen und auch l\u00e4ngerfristig? Was sind K\u00e4mpfe, die gef\u00fchrt werden m\u00fcssen? Was Themen, auf die wir achten sollten?<\/p>\n\n\n<p><strong>* Gefahr der autorit\u00e4ren Wende und Einschr\u00e4nkung der Grundrechte<\/strong><br>Krisenmanagement des Staates, wie vieler Organisationen hat mehr oder weniger autorit\u00e4re Z\u00fcge angenommen und Demokratie und Partizipation eingeschr\u00e4nkt. Daher braucht es jetzt eine \u00fcbergro\u00dfe Aufmerksamkeit auf die Einschr\u00e4nkung und Wiedereinsetzung von Grundrechten. Wir m\u00fcssen f\u00fcr die Zukunft alternative Formen ausprobieren und nicht vor lauter Schock R\u00fcckschritte in B\u00fcrger*innenrechten und Freiheiten hinnehmen. Wir dr\u00fcfen nicht gegenseitig zur Polizei werden, sondern solidarisch miteinander sein.<\/p>\n\n\n<p><strong>* Fokus auf den Sozialstaat&nbsp;<\/strong><br>Die Corona-Krise hat uns so deutlich wie schon lange nichts aufgezeigt, wie wichtig staatliche Dienstleistungen sind. Egal, ob sie uns in der Krise relativ gut unterst\u00fctzt haben, oder wir sie jetzt vermissen, da sie geschlossen wurden: gratis staatliche Leistungen in den Bereichen Gesundheit (physisch und psychisch), Solidarit\u00e4t und Unterst\u00fctzung f\u00fcr Minderheiten und Randgruppen, Frauen und Kinder, Kultur, etc. sind extrem wichtig, um eine gerechte Gesellschaft aufrecht zu erhalten. Diese Bereiche sind immer wichtig, und m\u00fcssen in Krisenzeiten besonders beachtet werden.<\/p>\n\n\n<p>Die Rettungspakete und Finanzspritzen, die jetzt von der Regierung gezurrt werden, d\u00fcrfen den Sozialstaat nicht untergraben. Corona-Finanzierungs-Ma\u00dfnahmen m\u00fcssen sozial gerecht gestaltet werden und auf Umverteilung setzen. Vor allem Reiche und Unternehmen m\u00fcssen zur Kasse gebeten werden.<\/p>\n\n\n<p><strong>* Fokus auf Regionalisierung<\/strong><br>Ebenfalls verdeutlicht wurde die Abh\u00e4ngigkeit von globalen Wirtschaftskreisl\u00e4ufen, in denen wir verwoben sind. Die Abh\u00e4ngigkeit von zB. Atemschutzmasken oder Desinfektionsmitteln aus anderen Teilen der Welt brachte damit ein Thema ans Licht, dass in der globalisierungskritischen Bewegung schon seit den 80er Jahren bearbeitet wird: Ausbeuterische Verh\u00e4ltnisse in L\u00e4ndern des globalen S\u00fcdens produzieren billige G\u00fcter f\u00fcr den europ\u00e4ischen Markt, billige Arbeitskr\u00e4fte aus Osteuropa werden f\u00fcr unliebsame T\u00e4tigkeiten eingeflogen, etc.<\/p>\n\n\n<p>Eine Regionalisierung von Produktion und Handel w\u00e4re nicht nur gut, um die Welt gegen\u00fcber globalen Krisen resilienter zu machen, und regional Arbeitspl\u00e4tze zu schaffen sondern auch eine Wohltat f\u00fcr die Umwelt und die Klimakrise.&nbsp;<\/p>\n\n\n<p><strong>* Wertsch\u00e4tzung von (Reproduktions)arbeit<\/strong><br>So sehr Pflege und Lebensmittelhandel zu Beginn der Coronazeit mehr Beachtung und Wertsch\u00e4tzung erfuhren als sonst, so kurzlebig und oberfl\u00e4chlich scheint die Aufmerksamkeit gewesen zu sein. Viele Menschen und Systeme in Bereichen der privaten und gesellschaftlichen Reproduktionsarbeit waren von vor der Corona-Krise stark \u00fcberlastet und m\u00fcssen entlastet und wertgesch\u00e4tzt werden. Faire Bezahlung, gute Arbeitsbedingungen und Anerkennung f\u00fcr lebensnotwendige T\u00e4tigkeiten.<\/p>\n\n\n<p><strong>* Die hei\u00dfe Kartoffel: Schutz &gt; Freiheit ?<\/strong><br>Das Gespr\u00e4ch streift einige Male ein Thema, \u00fcber das es schwer ist \u00f6ffentlich zu reden und doch so wichtig, wenn wir uns darauf einstellen m\u00fcssen, \u00e4hnliche Krisen in Zukunft wieder zu erleben. Es geht um die Frage, ob und wann der Schutz und die physische Gesundheit einiger \u00fcber Freiheiten, psychische Gesundheit und Freiheit gestellt werden darf und muss. M\u00fcssen Bewohner*innen eines Altenheims so sehr vor Viren gesch\u00fctzt werden, dass die Bewohner*innen wochenlang gar keinen Besuch bekommen d\u00fcrfen? Was rechtfertigt es, Kindern zu verbieten, mit anderen Kindern zu spielen? Wer muss welche Freiheiten zum Schutz von wem aufgeben?<br>Das sind Fragen, an die wir uns trotz vieler Taboo-Themen, als Linke stellen werden m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n<p><strong>* Blick aufs gro\u00dfe Ganze<\/strong><br>Schlie\u00dflich kam auch der Wunsch an soziale Bewegungen auf, den Blick auf das Gro\u00dfe Ganze zu richten. Soziale Einrichtungen, NGOs etc. arbeiten oft fokussiert an einem Thema oder einer Themengruppe. Dabei ist es wichtig, dass andere Verbindungen kn\u00fcpfen und K\u00e4mpfe verbinden.<\/p>\n\n\n<p>Die abschlie\u00dfende Frage nach dem einen Wort, welches die Corona-Zeit f\u00fcr sie zusammenfasse, beantworteten die G\u00e4ste mit: Zusammenhalt, Entschleunigung, Gleichzeitigkeit und Ausprobieren. Unseres war interessant.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Letzten Donnerstag, am Abend vor dem Tag der Arbeit, fand das Online-Podiumsgespr\u00e4ch \u201eCorona-Frontlines: Wo wir jetzt hin schauen m\u00fcssen!\u201c statt. 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