{"id":5856,"date":"2025-10-11T18:56:18","date_gmt":"2025-10-11T16:56:18","guid":{"rendered":"https:\/\/tippingpoints.life\/?page_id=5856"},"modified":"2025-10-11T18:56:19","modified_gmt":"2025-10-11T16:56:19","slug":"awareness","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/tippingpoints.life\/en\/awareness\/","title":{"rendered":"Tipping Points Awareness Konzept"},"content":{"rendered":"<p>Uns ist es wichtig, dass sich alle bei Tipping Points wohlf\u00fchlen k\u00f6nnen. Allerdings k\u00f6nnen wir das nicht in jedem Fall garantieren. Wir bem\u00fchen uns, einen Rahmen zu halten, in dem alles zeitnah angesprochen werden kann und grenz\u00fcberschreitendes Verhalten sowie Diskriminierung im besten Fall erst gar nicht zustande kommen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Daher gilt folgendes Awareness-Konzept:<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>Es gibt Personen (gekennzeichnet durch <strong>Warnwesten<\/strong>), die tempor\u00e4rer Teil des Awareness-Team sind. An sie k\u00f6nnt ihr euch wenden, wenn ihr euch unwohl f\u00fchlt oder etwas passiert ist.<\/li>\n\n\n\n<li>Personen vom <strong>Organisationsteam<\/strong> sind auch stets ansprechbar f\u00fcr Fragen jeglicher Art oder wenn ihr Feedback geben wollt.<\/li>\n\n\n\n<li>Zus\u00e4tzlich gibt es eine <strong>Feedbackbox<\/strong> an der Feedback-Station, wo ihr anonym und laufend Feedback geben k\u00f6nnt.<\/li>\n\n\n\n<li>Es gibt eine Telefonnummer, \u00fcber die das Awarenessteam rund um die Uhr erreichbar ist<strong>. Ihr findet sie vor Ort ausgeh\u00e4ngt und in den Teilnehmer*innen-Mappen<\/strong><\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Was meinen wir mit Awareness? Vor welchem Hintergrund arbeiten wir?<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Wir sind alle in einer Gesellschaft gro\u00df geworden, die von Ungleichheits- und Herrschaftsverh\u00e4ltnissen gepr\u00e4gt ist, wo Gewalt und Diskriminierung auf vielen Ebenen vorhanden sind. Strukturelle und institutionelle Gewalt, wie sie sich beispielsweise in gesellschaftlichen Normen, Zuschreibungen und Zuordnungen zu bestimmten Bereichen manifestiert, haben wir verinnerlicht und reproduzieren sie oft in unserem Verhalten und unseren Beziehungen.<\/p>\n\n\n\n<p>Unser Ziel bei Tipping Points ist es, dass sich alle Teilnehmer:innen wohl f\u00fchlen k\u00f6nnen. Leider gelingt uns das nicht immer von selbst, da wir alle von der Welt um uns herum gepr\u00e4gt sind. Diese Pr\u00e4gungen beinhalten auch deren negative Aspekte wie Diskriminierung, Unterdr\u00fcckung und Ungleichheiten.<\/p>\n\n\n\n<p>W\u00e4hrend Tipping Points m\u00f6chten wir offen, gemeinsam und konstruktiv mit Kritik an sexistischen, rassistischen, antisemitischen, homo-, trans- und queerfeindlichen, ableistischen oder \u00e4hnlichen \u00c4u\u00dferungen und Verhaltensweisen umgehen. Um unserem Ziel einer befreit(er)en Gesellschaft n\u00e4her zu kommen, ist es notwendig, dass jede:r Einzelne Verantwortung \u00fcbernimmt. Wir kommen aus unterschiedlichen Bewegungen, Orten, R\u00e4umen und mit unterschiedlichen Zug\u00e4ngen und Schwerpunkten zusammen. Wir wollen einen Raum schaffen, in dem sich Menschen trauen, Fragen zu stellen und ihre Meinung zu sagen. Es soll aber auch m\u00f6glich sein, seine Meinung zu \u00e4ndern und sich aneinander in Kritik zu \u00fcben. Keinen Platz haben gewaltt\u00e4tiges Verhalten, Machtspiele oder andere Formen von pers\u00f6nlicher und kollektiver Abwertung.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p>Zum jetzigen Zeitpunkt kann das Awareness-Team von Tipping Points vor allem vor Ort interagieren. Wir haben aktuell keine Struktur, um T\u00e4ter:innen- Verhalten mit diesen langfristig aufzuarbeiten und k\u00f6nnen derzeit keine langfristige Betroffenen-Begleitung versprechen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Wir w\u00fcnschen uns einen achtsamen Umgang miteinander!<\/h3>\n\n\n\n<p>Wir fordern jede:n zu Achtsamkeit und Aufmerksamkeit im Miteinander auf. Achte auf deine Grenzen und Bed\u00fcrfnisse und respektiere die der anderen. Wir w\u00fcnschen uns ein Klima, in dem alle zu Wort kommen k\u00f6nnen und in dem verschiedene St\u00e4nde von (Un)Wissen produktiv zusammengebracht werden. Daf\u00fcr ist es wichtig, sich gegenseitig respektvoll zuzuh\u00f6ren. Lasst einander ausreden und seid offen f\u00fcr Positionen anderer \u2013 solange darin keine Diskriminierung oder Grenz\u00fcberschreitung ausgedr\u00fcckt werden.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>Wenn sich eine Person nicht an das Awareness-Konzept h\u00e4lt?<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Sollte sich eine Person grenz\u00fcberschreitend oder anderweitig nicht dem Awarenesskonzept entsprechend verhalten, suchen wir als Tipping Points-Team in Absprache mit der\/den betroffenen Person(en) das Gespr\u00e4ch mit der \u00fcbergriffigen Person. Bei einsichtigem Verhalten versuchen wir gemeinsam Umgangsweisen zu erarbeiten, die erm\u00f6glichen, dass sich alle sicher bei Tipping Points f\u00fchlen und weiterhin teilnehmen k\u00f6nnen. Grundlegend sind f\u00fcr uns immer die Sichtweise und Bed\u00fcrfnisse der betroffenen Person(en). Sollte ein Gespr\u00e4ch nicht erm\u00f6glichen, dass der Konflikt bearbeitet wird und\/oder sich die \u00fcbergriffige Person nicht einsichtig zeigen, dann muss diese Tipping Points verlassen. Wir f\u00fchren solche Gespr\u00e4che immer mit zwei Personen aus unserem Team und \u00fcbernehmen auch die Aufgabe, die Rettung oder im \u00e4u\u00dfersten Fall die Polizei zu rufen. Die Teilnehmenden sollen die Polizei nicht selbstst\u00e4ndig rufen \u2013 wir wollen erm\u00f6glichen, dass alle den Veranstaltungsort verlassen k\u00f6nnen, wenn sie keinen Polizeikontakt haben m\u00f6chten.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\"><strong>Konkrete Tipps<\/strong><\/h2>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>1) Bedachtes Redeverhalten<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Eine angenehme und sichere Gespr\u00e4chsatmosph\u00e4re bedeutet, dass sich m\u00f6glichst viele Menschen ermutigt f\u00fchlen, zu sprechen. Wir rufen daher dazu auf, das eigene Redeverhalten in Gruppendiskussionen zu beobachten und zu hinterfragen: Je nachdem, wie wir sprechen, kann es passieren, dass sich andere Teilnehmende unwohl f\u00fchlen oder bestimmte Perspektiven aus der Diskussion ausgeschlossen werden. Zu sogenanntem \u201edominanten Redeverhalten\u201c z\u00e4hlen u.a.:<\/p>\n\n\n\n<ul class=\"wp-block-list\">\n<li>lange, selbstgef\u00e4llige Monologe,<\/li>\n\n\n\n<li>das (wiederholte) Unterbrechen anderer,<\/li>\n\n\n\n<li>Zwischenkommentare,<\/li>\n\n\n\n<li>diskriminierende Sprache sowie<\/li>\n\n\n\n<li>dominante Kommunikationsmuster, die andere nicht direkt verbal angreifen, aber trotzdem die eigene (privilegierte) Stellung in einer Diskussion absichern. Das kann zum Beispiel die (teilweise unbewusste) Raumeinnahme von cis M\u00e4nnern sein, die andere belehren, deren Kritik ignorieren und deren Beitr\u00e4ge f\u00fcr weniger wichtig halten.<\/li>\n<\/ul>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\"><strong>2) Was tun bei Diskriminierung oder Grenzverletzung?<\/strong><\/h3>\n\n\n\n<p>Hat eine Person Gewalt, \u00dcbergriff(e) und\/oder Diskriminierung erlebt, gilt die Sichtweise der betroffenen Person, d.h. sie schildert, wie sie das Erlebte wahrgenommen hat und daran orientieren wir uns als Awareness-Team f\u00fcr weitere Schritte. Manche Erlebnisse schlagen sich so stark nieder, dass die \u00fcberw\u00e4ltigende Erfahrung zu einer Ohnmacht f\u00fchrt.<br>Frag im Zweifel nach, ob eine Situation, die du beobachtest, f\u00fcr die betroffene Person gerade in Ordnung ist. Bereits das Gef\u00fchl, nicht allein zu sein, kann manchmal schon ausreichen, um die eigene Kraft wiederzufinden.<br>Sei dir bewusst, dass andere Personen Grenzverletzungen und Diskriminierungen wahrnehmen k\u00f6nnen, auch wenn du sie nicht siehst!<br>Bist du von einer konkreten, grenzverletzenden Situation betroffen, stehen deine Bed\u00fcrfnisse im Mittelpunkt, nicht die der verursachenden Person. Melde dich\/meldet euch bei Awareness-Ansprechpersonen in den Warnwesten.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote is-layout-flow wp-block-quote-is-layout-flow\"><\/blockquote>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-table\"><table class=\"has-fixed-layout\"><tbody><tr><td>Der Begriff \u201cAwareness\u201d entstand in der antirassistischen Bildungsarbeit. Im US-amerikanischen Raum tauchte der Begriff etwa ab den sp\u00e4ten 1980er-Jahren zunehmend in p\u00e4dagogischer Literatur auf, die sich mit Bildungsarbeit und Diskriminierung befasst. Er ist nicht zu verwechseln mit \u201cAwareness\u201d in anderer Bedeutung in psychologisch-therapeutischen oder spirituellen Zusammenh\u00e4ngen, wie beispielsweise in der Achtsamkeitslehre, wo er jedoch ohne einen politischen Anspruch oder den Bezug auf Machtverh\u00e4ltnisse verwendet wird<\/td><\/tr><\/tbody><\/table><\/figure>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Uns ist es wichtig, dass sich alle bei Tipping Points wohlf\u00fchlen k\u00f6nnen. Allerdings k\u00f6nnen wir das nicht in jedem Fall garantieren. Wir bem\u00fchen uns, einen Rahmen zu halten, in dem alles zeitnah angesprochen werden kann und grenz\u00fcberschreitendes Verhalten sowie Diskriminierung im besten Fall erst gar nicht zustande kommen. 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